
GO-Maut – Erklärung und Vergleich zu Toll Collect
GO-Maut: Alle wichtigen Fakten zum österreichischen Mautsystem
Was Autofahrer und Speditionen über die fahrleistungsabhängige Maut in Österreich wissen müssen – von der GO-Box über Tarife bis zur Interoperabilität mit dem deutschen Toll-Collect-System.
Was ist die GO-Maut und wie funktioniert sie?
Die GO-Maut stellt das österreichische fahrleistungsabhängige Mautsystem dar, das für Lastkraftwagen, Busse und schwere Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen auf Autobahnen, Schnellstraßen und definierten Streckenmautabschnitten gilt. Die Abrechnung erfolgt über ein GPS-basiertes On-Board-Gerät, die sogenannte GO-Box, die automatisch Kilometer und Routen per Satellitensignal erfasst.
Betrieben wird das System von der ASFINAG, der österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft. Die Abrechnung selbst findet über das SelfCare-Portal statt, wo Fahrzeughalter ihre Daten verwalten, Abrechnungen einsehen und Zahlungen abwickeln können. Seit dem 1. Januar 2025 wurde ein eigener Tarif für Busse eingeführt, der eine Reduktion der CO₂-bedingten Kosten um 25 Prozent vorsieht. Diese Änderung betrifft auch Wohnmobile, sofern diese die Gewichtsschwelle überschreiten.
Anders als manchmal angenommen, handelt es sich bei der GO-Maut um ein rein österreichisches System. In Deutschland existiert mit Toll Collect ein eigenständiges Mautsystem, das seit 2005 betrieben wird. Eine Verwechslung oder Gleichsetzung beider Systeme führt häufig zu Missverständnissen, insbesondere bei der Planung grenzüberschreitender Fahrten.
Die GO-Maut ist das österreichische Pendant zum deutschen Toll-Collect-System. Beide nutzen Satellitentechnik, unterscheiden sich jedoch in Betrieb, Tarifierung und Verwaltung. Für Unternehmen, die regelmäßig zwischen beiden Ländern verkehren, ist die Unterscheidung essenziell.
Übersicht: Die wichtigsten Eckdaten zur GO-Maut
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Offizieller Name | GO-Maut (Güter-Omaut) |
| Betreiber | ASFINAG (Österreich) |
| Technologie | GPS-basiertes On-Board-Gerät (GO-Box) |
| Mautpflichtig | Fahrzeuge über 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht |
| Fahrzeugtypen | LKW, Busse, schwere Wohnmobile |
| Erhebungsbereich | Autobahnen, Schnellstraßen, Streckenmaut-Abschnitte |
| Verwaltung | SelfCare-Portal der ASFINAG |
Wichtige Erkenntnisse für Betroffene
- Die GO-Box erfasst Fahrstrecken vollautomatisch per Satellitennavigation
- Eine manuelle Meldung ist nicht erforderlich, sofern das Gerät korrekt installiert ist
- Die Abrechnung erfolgt im SelfCare-Portal der ASFINAG
- Seit Januar 2025 profitieren Busse von einem reduzierten CO₂-Tarif
- Wohnmobile mit über 3,5 Tonnen unterliegen ebenfalls der Mautpflicht
- Das System ist grenzüberschreitend mit deutschen Toll-Collect-Fahrzeugen interoperabel
GO-Maut und Toll Collect: Zwei Systeme im Vergleich
Wer regelmäßig Güter oder Personen durch Österreich und Deutschland transportiert, muss beide Mautsysteme unterscheiden. Während die GO-Maut in Österreich gilt, ist für deutsche Autobahnen und Bundesstraßen das System von Toll Collect zuständig. Beide nutzen satellitenbasierte Technik, unterscheiden sich jedoch in Betrieb, Tarifstruktur und Verwaltungswegen.
Technische Grundlagen beider Systeme
Die GO-Maut arbeitet mit der GO-Box, einem GPS-basierten On-Board-Gerät, das automatisch die gefahrenen Kilometer erfasst und über das SelfCare-Portal der ASFINAG abrechnet. Toll Collect nutzt hingegen eine eigene On-Board-Unit (OBU), die im LKW entweder fest eingebaut oder auf dem Armaturenbrett montiert wird. Zusätzlich bietet Toll Collect manuelle Buchungsoptionen über rund 3.500 Terminals oder das Online-Portal.
Seit Juli 2024 gilt in Deutschland die erweiterte Mautpflicht für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Zudem wurden Handwerksfahrzeuge teilweise von der Maut befreit. Emissionsfreie LKW sind bis zum 30. Juni 2031 von der Maut ausgenommen, eine Verlängerung gegenüber der bisherigen Regelung bis 2025.
Für regelmäßige Fahrten zwischen Deutschland und Österreich empfiehlt sich die TOLL2GO-Funktion. Diese ermöglicht die Nutzung der Toll-Collect-OBU auch für die GO-Maut in Österreich, wobei die Abrechnungen weiterhin getrennt erfolgen.
| Kriterium | Toll Collect (Deutschland) | GO-Maut (Österreich) |
|---|---|---|
| Start des Systems | 1. Januar 2005 | Variiert nach Strecke |
| Mautpflicht ab | Über 3,5 Tonnen (Güterverkehr seit 2024) | Über 3,5 Tonnen |
| Technologie | GPS-OBU, Terminals, Portal, App | GPS-GO-Box, SelfCare-Portal |
| Zahlungsmethoden | OBU automatisch, Terminal, Online-Portal, App | GO-Box automatisch, Portal |
| Abrechnung | Monatlich per Lastschrift, Kreditkarte, Guthaben oder Tankkarte | Über SelfCare-Portal |
| Spezielle Tarife 2025 | Keine allgemeinen Rabatte | Busse: minus 25 Prozent CO₂-Kosten |
| Befreiungen | Emissionsfreie LKW bis 2031, teilweise Handwerk | Nach österreichischem Recht |
Grenzüberschreitende Nutzung: TOLL2GO
Die Interoperabilität zwischen beiden Systemen wird durch TOLL2GO gewährleistet, ein Gemeinschaftsprojekt von ASFINAG und Toll Collect. Diese Schnittstelle ermöglicht es, die in Deutschland registrierte On-Board-Unit auch für die GO-Maut in Österreich zu nutzen. Die Abrechnung erfolgt jedoch getrennt, da jedes System seine eigene Rechnung stellt. Für Speditionen mit regelmäßigen Österreich-Verkehren kann dies den administrativen Aufwand reduzieren, erfordert aber weiterhin die Registrierung in beiden Systemen.
Neuerungen und Entwicklungen 2025 bis 2026
Mehrere Änderungen prägen das Mautgeschehen in Österreich und Deutschland in den kommenden Jahren. Diese betreffen sowohl Tarife als auch technische Optionen und Verwaltungsprozesse.
Änderungen bei der GO-Maut zum 1. Januar 2025
Der eigene Bustarif der GO-Maut wurde zum 1. Januar 2025 angepasst. Konkret erhalten Busse eine Reduktion der CO₂-bedingten Kosten um 25 Prozent. Diese Maßnahme soll die Umstellung auf emissionsärmere Fahrzeugflotten fördern und berücksichtigt die besonderen Anforderungen des Personenverkehrs. Die Änderung betrifft auch Wohnmobile, sofern diese die Gewichtsschwelle überschreiten.
Die neue Tarifierung kann für Busunternehmen eine spürbare Entlastung darstellen. Eine Überprüfung der Mautkosten im SelfCare-Portal empfiehlt sich, um mögliche Einsparungen zu identifizieren.
Toll Collect: Modernisierung und neue Optionen
Das deutsche Mautsystem wurde 2025 modernisiert. Das Kundenportal bietet nun barrierefreie und lesbare Rechnungen sowie eine detaillierte Fahrteneinsicht. Diese Änderung adressiert häufige Kritikpunkte bezüglich der Rechnungsqualität und soll die Nachvollziehbarkeit der Mautgebühren verbessern.
Ab Januar 2026 kommt die TollNow-App für iOS auf den Markt. Diese ermöglicht eine teilautomatische Einbuchung per Smartphone ohne vorherige Reservierung und richtet sich insbesondere an Gelegenheitsfahrer, die nicht regelmäßig auf deutschen Autobahnen unterwegs sind. Android-Nutzer erhielten die Anwendung bereits früher.
Ausblick: Mautbefreiungen und Laufzeiten
Die Mautbefreiung für emissionsfreie LKW wurde bis zum 30. Juni 2031 verlängert. Ursprünglich war das Ende dieser Regelung für 2025 vorgesehen. Diese Verlängerung bietet Planungssicherheit für Unternehmen, die in Elektro-LKW investieren möchten. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Verlängerungen oder Anpassungen folgen.
Chronologie: Die wichtigsten Meilensteine der LKW-Maut
Die Entwicklung der Mautsysteme in Deutschland und Österreich erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte. Die folgende Übersicht fasst die wesentlichen Ereignisse zusammen.
- 1. Januar 2005: Start des Toll-Collect-Systems in Deutschland für schwere LKW
- Oktober 2018: Übernahme von Toll Collect durch den Bund; Einführung der Toll-Collect-App
- 1. Juli 2024: Erweiterung der Mautpflicht auf Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in Deutschland
- 1. Januar 2025: Einführung des reduzierten Bustarifs bei der GO-Maut in Österreich
- 2025: Modernisierung des Toll-Collect-Kundenportals mit barrierefreien Rechnungen
- Januar 2026: Geplanter Start der TollNow-App für iOS
- 30. Juni 2031: Ende der Mautbefreiung für emissionsfreie LKW
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bei der Recherche zu Mautsystemen und möglichen Nachfolgetechnologien zeigen sich klare Faktenlagen ebenso wie Bereiche, die noch Unklarheiten aufweisen.
| Bestätigte Informationen | Offene oder unklare Punkte |
|---|---|
| Toll Collect bleibt bis auf weiteres das deutsche Mautsystem | Genaue Tarifierung für neue Fahrzeugkategorien nach 2026 |
| GO-Maut ist ein österreichisches System ohne direkten Nachfolger in Deutschland | Zukünftige Gestalt der europäischen Mautharmonisierung |
| TOLL2GO ermöglicht grenzüberschreitende Nutzung der OBU | Details zu möglichen Tarifanpassungen bei der GO-Maut |
| Bus-Tarif mit 25 Prozent CO₂-Reduktion gilt seit Januar 2025 | Weitere Änderungen der Befreiungsregelungen |
| Emissionsfreie LKW sind bis 2031 befreit | Genauer Zeitplan für mögliche Systemwechsel |
Hintergrund: Warum unterscheiden sich die Systeme?
Die unterschiedlichen Mautsysteme in Österreich und Deutschland resultieren aus der Souveränität beider Staaten in Verkehrsfragen. Während die Europäische Union Rahmenbedingungen vorgibt, etwa zur Harmonisierung der Mauterhebung, obliegt die konkrete Ausgestaltung den Mitgliedstaaten. Dies führt dazu, dass nationale Systeme entstehen, die zwar technisch ähnlich funktionieren, jedoch administrativ getrennt operieren.
Die Einführung der GO-Maut in Österreich folgte dem Ziel, eine verursachergerechte Kostenzurechnung für die Straßenbenutzung durch schwere Fahrzeuge zu etablieren. Das deutsche Toll-Collect-System verfolgt ähnliche Ziele, unterscheidet sich jedoch in der konkreten Umsetzung, Tarifierung und dem betreibenden Unternehmen.
Für transnational operierende Speditionen entsteht dadurch ein erhöhter Koordinationsaufwand. Die TOLL2GO-Interoperabilität adressiert dieses Problem teilweise, kann jedoch eine vollständige Integration nicht ersetzen. Ob und wann eine Angleichung der Systeme erfolgt, ist derzeit nicht absehbar.
Quellen und weiterführende Informationen
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf offiziellen Quellen der Betreiber und zuständigen Behörden. Für aktuelle und verbindliche Auskünfte empfehlen sich folgende Anlaufstellen:
- ASFINAG Servicecenter für Fragen zur GO-Maut und GO-Box
- Toll Collect Kundenservice für das deutsche Mautsystem
- SelfCare-Portal der ASFINAG zur Verwaltung der GO-Maut
- Toll-Collect-Kundenportal für Abrechnungen und Fahrteneinsicht
Die Betreiber beider Systeme bieten detaillierte Informationen zu Registrierung, Gerätebestellung und Abrechnung. Eine frühzeitige Klärung der Anforderungen empfiehlt sich, insbesondere bei erstmaliger grenzüberschreitender Nutzung.
Zusammenfassung: Das Wichtigste zur GO-Maut
Die GO-Maut bezeichnet das österreichische fahrleistungsabhängige Mautsystem für schwere Fahrzeuge und ist nicht mit dem deutschen Toll-Collect-System gleichzusetzen. Betroffene Fahrzeughalter sollten die Registrierung über das SelfCare-Portal der ASFINAG vornehmen und die GO-Box vor der ersten mautpflichtigen Fahrt installieren lassen. Für Unternehmen mit regelmäßigen Fahrten zwischen beiden Ländern bietet die TOLL2GO-Interoperabilität eine Erleichterung, erfordert jedoch weiterhin getrennte Abrechnungen.
Die Tarifierung wurde zum Jahresbeginn 2025 angepasst, wobei Busunternehmen von einem reduzierten CO₂-Kostenanteil profitieren. In Deutschland bleibt Toll Collect das zuständige System, mit Modernisierungen im Kundenportal und neuen Optionen wie der TollNow-App. Weitere Informationen finden sich auf den offiziellen Portalen der Betreiber.
Häufig gestellte Fragen zur GO-Maut
Was ist der Unterschied zwischen GO-Maut und Toll Collect?
Die GO-Maut ist das österreichische Mautsystem, betrieben von der ASFINAG. Toll Collect ist das deutsche System für Autobahnen und Bundesstraßen. Beide nutzen Satellitentechnik, unterscheiden sich jedoch in Betrieb, Tarifierung und Verwaltung.
Wie bestelle ich eine GO-Box?
Die GO-Box kann über die ASFINAG beantragt werden. Nach der Registrierung im SelfCare-Portal erfolgt die Geräteausgabe, die Installation muss in einer kooperierenden Werkstatt vorgenommen werden.
Gilt die Maut auch für Wohnmobile?
Ja, sofern das zulässige Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen liegt, unterliegen auch Wohnmobile der Mautpflicht sowohl bei der GO-Maut als auch bei Toll Collect.
Wie funktioniert die TOLL2GO-Interoperabilität?
TOLL2GO ermöglicht die Nutzung der Toll-Collect-OBU für die GO-Maut in Österreich. Die Abrechnung erfolgt weiterhin getrennt über beide Systeme.
Welche Befreiungen gibt es bei der Maut?
Emissionsfreie LKW sind in Deutschland bis zum 30. Juni 2031 von der Maut befreit. Weitere Befreiungen gelten teilweise für Handwerksfahrzeuge nach den jeweiligen nationalen Regelungen.
Was ist die TollNow-App?
Die TollNow-App ermöglicht eine teilautomatische Maut-Einbuchung per Smartphone ohne vorherige Reservierung. Der Start für iOS ist für Januar 2026 geplant, Android wird bereits unterstützt.
Wann wurde die Mautpflicht auf 3,5 Tonnen erweitert?
Die erweiterte Mautpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen trat in Deutschland am 1. Juli 2024 in Kraft.
Wie kann ich meine GO-Maut-Abrechnung einsehen?
Über das SelfCare-Portal der ASFINAG können Abrechnungen eingesehen, Fahrtdaten geprüft und Zahlungen verwaltet werden. Das Portal wurde für barrierefreie Nutzung optimiert.