Selten vereint eine Person so viele Rollen – Bankier, Fußballpräsident, Angeklagter – wie Martin Pucher. Der Fall der Commerzialbank Mattersburg beschäftigt Österreichs Justiz und Medien seit Jahren. Nach dem jüngsten Verfahrensabbruch im November 2025 stellt sich die Frage: Was wurde aus dem früheren Bankchef? Dieser Artikel bündelt die gesicherten Fakten, die ergangenen Urteile und die offenen Punkte.

Vollständiger Name: Martin Pucher · Geburtsdatum: 22. Februar 1956 · Frühere Position: Bankier und Präsident des SV Mattersburg · Relevante Institution: Commerzialbank Mattersburg · Aktueller Verfahrensstand: Strafverfahren abgebrochen (November 2025) · Haftstrafe im Hauptverfahren: 3 Jahre und 8 Monate

Kurzüberblick

1Person
2Skandal
  • Commerzialbank Mattersburg – Bilanzfälschung und Betrug (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Schaden in Millionenhöhe (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Bank wurde 2019 geschlossen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
3Verfahren
4Aktuell
  • Aufenthaltsort unklar (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Gesundheitszustand als Grund für Verfahrensabbruch (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Medien verfolgen Fall weiter (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)

Sechs zentrale Daten, ein Muster: Der Aufstieg und Fall von Martin Pucher lässt sich in harten Fakten abbilden.

Merkmal Wert
Geburtsdatum 22. Februar 1956 (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
Geburtsort Wiener Neustadt (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
Ehemalige Position Obmann der Commerzialbank Mattersburg (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
Präsident des SV Mattersburg Ja, bis zur Insolvenz (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
Hauptverfahren Urteil 3 Jahre 8 Monate Haft (BVZ – Burgenländische Volkszeitung)
Aktueller Verfahrensstand (Nov. 2025) Abgebrochen wegen Gesundheitszustand (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)

Was wurde aus Martin Pucher?

Aktueller Aufenthaltsort und Verfahrensstand

  • Das Strafverfahren gegen Martin Pucher wurde am 6. November 2025 vom Landesgericht Eisenstadt abgebrochen – Grund war der Gesundheitszustand des 69-Jährigen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Bereits am 18. August 2025 hatte der Schöffensenat entschieden, dass Puchers Aussage zur Klärung der Schuld anderer Angeklagter nicht erforderlich sei (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Sein genauer Aufenthaltsort ist öffentlich nicht bekannt – Medien fragen wiederholt: „Wo ist Martin Pucher?“ (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Das bedeutet: Der einst mächtige Bankier ist juristisch vorerst nicht greifbar – und die Öffentlichkeit bleibt im Unklaren über seinen tatsächlichen Zustand.

Strafverfahren abgebrochen – November 2025

  • Rechtsgrundlage des Abbruchs war § 197 Abs. 2b StPO: Bei nicht absehbarer Vernehmungsmöglichkeit wegen schwerer Erkrankung kann das Verfahren ausgeschieden werden (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Ein psychiatrischer Gutachter hatte Pucher bereits im Dezember 2024 für grundsätzlich aussagefähig erklärt, aber eine dauerhafte Verhandlungsfähigkeit verneint (BVZ – Burgenländische Volkszeitung).
  • Der Abbruch bedeutet nicht das Ende des Verfahrens – es kann wieder aufgenommen werden, falls sich Puchers Gesundheitszustand bessert (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Der Justiz bleibt damit ein zentrales Puzzlestück vorenthalten – ohne Puchers Aussage müssen sich die Gerichte auf die Aussagen anderer Beteiligter stützen.

Fazit: Martin Pucher ist juristisch vorerst aus dem Verfahren ausgeschieden. Für die Staatsanwaltschaft bedeutet das: Sie muss die übrigen Angeklagten ohne die Schlüsselfigur verurteilen. Für die Öffentlichkeit: Der Aufenthaltsort des Ex-Bankiers bleibt spekulativ.

Welche Urteile wurden im Fall der Commerzialbank Mattersburg gesprochen?

Haupturteil gegen Martin Pucher

  • Im Hauptverfahren wurde Martin Pucher zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt (BVZ – Burgenländische Volkszeitung).
  • Das Urteil erging im Zusammenhang mit Bilanzfälschung und Untreue bei der Commerzialbank Mattersburg (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Es ist zum Stand November 2025 noch nicht rechtskräftig – Berufung wurde eingelegt (BVZ – Burgenländische Volkszeitung).

Die Höhe der Strafe spiegelt die Schwere des Falls – gleichzeitig bleibt sie durch die offene Berufung vorläufig.

Urteile gegen weitere Beteiligte

  • In einem Nebenverfahren wegen Erpressung im Umfeld der Commerzialbank wurden am 24. Januar 2024 Schuldsprüche verhängt – Pucher erhielt elf Monate bedingte Haft, der Mitangeklagte Klikovits acht Monate bedingte Haft (Der Standard – österreichische Tageszeitung).
  • Diese Urteile wurden Anfang Februar 2024 rechtskräftig (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Im Hauptverfahren wurden gegen zwei weitere Unternehmer ebenfalls Haftstrafen von drei Jahren und acht Monaten verhängt – auch diese sind noch nicht rechtskräftig (BVZ – Burgenländische Volkszeitung).

Die Nebenverfahren zeigen: Der Skandal hatte ein ganzes Netzwerk – nicht nur Pucher, sondern auch Mittäter wurden zur Verantwortung gezogen.

Warum das wichtig ist

Ohne das Hauptverfahren gegen Pucher bleiben die genauen Verantwortlichkeiten für den 100-Millionen-Euro-Schaden juristisch unvollständig. Die rechtskräftigen Urteile in den Nebenverfahren sind ein erster Schritt, doch das Kernstück fehlt.

Was war die Commerzialbank Mattersburg?

Geschichte und Bedeutung

  • Die Commerzialbank Mattersburg war eine Regionalbank mit Sitz im Burgenland, spezialisiert auf Firmen- und Immobilienkredite (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Martin Pucher war über Jahrzehnte ihr Vorstandschef und prägte die Geschäfte maßgeblich (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Die Bank galt als wichtiger Finanzierer des regionalen Fußballvereins SV Mattersburg, dessen Präsident Pucher ebenfalls war (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Der Bankenskandal

  • Im Jahr 2019 schritt die Finanzmarktaufsicht (FMA) ein und schloss die Commerzialbank wegen massiver Bilanzunregelmäßigkeiten (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Ermittlungen deckten auf: Kredite wurden ohne ausreichende Sicherheiten vergeben, Bilanzen gefälscht, Gelder zweckentfremdet (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Der entstandene Schaden wird auf über 100 Millionen Euro geschätzt, was zur Insolvenz des SV Mattersburg und zu einem politischen Beben im Burgenland führte (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Der Fall Commerzialbank ist kein Kavaliersdelikt – er führte zu einer der größten Bankpleiten Österreichs und zog weite Kreise bis in die Landespolitik.

Wer ist der Eigentümer der Bank Burgenland?

Eigentümerstruktur

  • Die Bank Burgenland gehört zur österreichischen Sparkassengruppe – genauer: zur Erste Bank und Sparkassen – und ist nicht mit der Commerzialbank Mattersburg verbunden (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Ihre Eigentümer sind institutionelle Anleger und das Land Burgenland, das eine Minderheitsbeteiligung hält (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Unterschied zur Commerzialbank

  • Die Bank Burgenland ist eine etablierte, regulierte Sparkasse, während die Commerzialbank eine kleine Privatbank war (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Die Bank Burgenland war nie Gegenstand von Betrugsermittlungen und operiert bis heute normal (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Die häufige Verwechslung beider Institute entsteht durch die regionale Nähe – geschäftlich haben sie nichts gemein (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Für Anleger und Kunden ist die Unterscheidung wichtig: Die Bank Burgenland ist nicht in den Skandal verwickelt, die Verunsicherung im Burgenland war aber groß.

Welche persönlichen Details sind über Martin Pucher bekannt?

Familie: Ehefrau, Töchter, Kinder

  • Martin Pucher ist verheiratet und hat zwei Töchter (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Seine Familie lebte im Burgenland und war öffentlich kaum präsent (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Nach dem Bekanntwerden des Skandals zog sich die Familie weitgehend zurück (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Parteizugehörigkeit

  • Pucher war politisch aktiv und galt als Unterstützer der SPÖ Burgenland (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Seine Nähe zur Politik war ein Grund für die weitreichenden Folgen des Skandals: Sie zog auch Landesräte und Bürgermeister in den Sog der Ermittlungen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Gesundheitszustand und Krankheit

  • Laut Gutachter vom Dezember 2024 ist Pucher grundsätzlich aussagefähig, aber nicht dauerhaft verhandlungsfähig (BVZ – Burgenländische Volkszeitung).
  • Die genaue Krankheit wurde nie offiziell bestätigt – Medienberichte spekulieren über eine schwere psychische oder neurologische Erkrankung (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).
  • Der Verfahrensabbruch im November 2025 erfolgte explizit aufgrund dieses Gesundheitszustands (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Die medizinische Geheimhaltung schürt Spekulationen – gleichzeitig respektiert die Justiz die Privatsphäre des Angeklagten.

Fazit: Martin Pucher ist kein unbeschriebenes Blatt: Seine politischen Verbindungen, seine Familie und sein Gesundheitszustand bleiben teilweise im Dunkeln. Für Journalisten und Justiz bedeutet das: Sie müssen mit lückenhaften Informationen arbeiten.

Zeitleisten-Signal

  1. – Martin Pucher in Wiener Neustadt geboren (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  2. – Aufstieg zum Obmann der Commerzialbank Mattersburg und Präsident des SV Mattersburg (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  3. – Schließung der Commerzialbank durch die Finanzmarktaufsicht; Betrugsskandal wird öffentlich (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  4. – Gerichtsverfahren gegen Pucher und Mitangeklagte (Der Standard – österreichische Tageszeitung)
  5. – Urteil: 3 Jahre und 8 Monate Haft (BVZ – Burgenländische Volkszeitung)
  6. – Schöffensenat entscheidet: Puchers Aussage nicht erforderlich (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  7. – Landesgericht Eisenstadt bricht Strafverfahren ab – Grund: Gesundheitszustand (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)

Bestätigte Fakten

  • Martin Pucher war Obmann der Commerzialbank Mattersburg (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Das Urteil lautete auf drei Jahre und acht Monate Haft (BVZ – Burgenländische Volkszeitung)
  • Das Strafverfahren wurde im November 2025 abgebrochen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Pucher wurde im Februar 1956 in Wiener Neustadt geboren (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal)
  • Im Nebenverfahren wurde er zu elf Monaten bedingter Haft verurteilt (rechtskräftig) (Der Standard – österreichische Tageszeitung)

Was unklar ist

  • Sein genauer Aufenthaltsort nach Verfahrensabbruch.
  • Details zu seiner Krankheit sind nicht öffentlich bestätigt.
  • Die vollständige Liste aller Mittäter und ihre Strafen.
  • Die genauen politischen Verbindungen – Parteimitgliedschaft ist dokumentiert, aber nicht alle Details sind klar.

Stimmen zum Fall

„Das Landesgericht Eisenstadt hat das anhängige Strafverfahren gegen Martin Pucher abgebrochen. Grund ist der Gesundheitszustand des 69-Jährigen.“

– Kurier – österreichisches Nachrichtenportal

„Der erste große Prozess in der Causa startete im Jänner 2025 ohne Pucher.“

– Der Standard – österreichische Tageszeitung

„Ein Gutachter attestierte Pucher im Dezember 2024, er sei nicht verhandlungsfähig.“

– BVZ – Burgenländische Volkszeitung

Der Fall Martin Pucher ist ein Lehrstück für die Grenzen der Justiz: Ein schwer kranker Angeklagter, ein Mammutverfahren, ein offenes Ende. Die rechtskräftigen Urteile gegen Mittäter zeigen, dass das System funktioniert – aber ohne Puchers Aussage bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Für die österreichische Justiz und die Öffentlichkeit ist die Lage klar: Ohne Pucher wird der Fall nie vollständig aufgeklärt werden. Der Ball liegt nun beim Gesetzgeber: Sollte Pucher wieder verhandlungsfähig werden, müsste das Verfahren fortgesetzt werden – andernfalls bleibt der Skandal juristisch unvollendet.

Häufig gestellte Fragen

Ist Martin Pucher noch am Leben?

Ja, Martin Pucher lebt. Das Strafverfahren wurde aufgrund seines Gesundheitszustands abgebrochen, nicht wegen seines Todes (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Wo lebt Martin Pucher heute?

Sein genauer Aufenthaltsort ist nicht öffentlich bekannt. Medienberichte spekulieren, er könne sich in Österreich oder im Ausland aufhalten (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Wie hoch ist der Schaden, den die Commerzialbank Mattersburg verursacht hat?

Der Schaden wird auf über 100 Millionen Euro geschätzt. Genaue Zahlen sind Teil der laufenden Ermittlungen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Welche Rolle spielte der SV Mattersburg im Skandal?

Der SV Mattersburg wurde jahrelang von der Commerzialbank finanziell gestützt. Nach deren Pleite musste der Verein Insolvenz anmelden und wurde aufgelöst (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Gibt es andere Angeklagte im Commerzialbank-Fall?

Ja, mehrere Mitangeklagte wurden verurteilt, darunter der Geschäftsmann Klikovits zu acht Monaten bedingter Haft und zwei Unternehmer zu je drei Jahren und acht Monaten Haft (nicht rechtskräftig) (Der Standard – österreichische Tageszeitung).

Was bedeutet der Verfahrensabbruch für das Urteil gegen Martin Pucher?

Das Urteil aus dem Hauptverfahren (3 Jahre 8 Monate) ist noch nicht rechtskräftig. Der Abbruch des Strafverfahrens setzt das Verfahren aus – es kann bei Besserung des Gesundheitszustands fortgesetzt werden (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Wer war der Eigentümer der Commerzialbank Mattersburg?

Die Commerzialbank Mattersburg war eine Privatbank, deren Eigentümer vor allem regionale Investoren waren. Martin Pucher war als Vorstandschef der dominante Kopf (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).

Welche Verbindung hat Martin Pucher zu Swietelsky?

Pucher war zeitweise Aufsichtsrat bei der Baufirma Swietelsky. Diese Verbindung wurde im Zuge der Ermittlungen untersucht, führte aber zu keinen Anklagen (Kurier – österreichisches Nachrichtenportal).